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Grandioser Triumph in den weißen Dünen

06.02.2012 22:09:38 - Winter Endurance Kampioenschap Zandvoort 2011/2012
© ts-photo

Die erfolgreichen Piloten auf dem Podium



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Das Tischner Team nach dem Sensationserfolg

Beim 4 Stunden Rennen, dem dritten Lauf zur niederländischen Winter Endurance Kampioenschap Zandvoort 2011/2012, stand Tischner Motorsport am Ende der Veranstaltung auf der obersten Stufe der Siegertreppe. Mit Ulrich Becker und den Tischner-Brothers Michael und Matthias griff das mehrfach bewährte Fahrertrio in das Volant des BMW M3 E46 und zeigte am Ende der Konkurrenz eindrucksvoll das Heck. Mit dem verdienten Sieg ist nun auch der Meisterschaftstitel in greifbare Nähe gerückt.

Wenige Tage vor der Veranstaltung sorgte noch kurzer, aber heftiger Schneefall für vereiste Mienen bei den Veranstaltern. Doch man konnte den vor den Türen Amsterdams liegenden früheren Formel Eins Rennkurs dauerhaft und sicher von der Schneedecke befreien. Für ein winterliches Bild sorgte der am Streckenrand und auf den ringsherum verteilten Dünen liegende Schnee. Die Salzschicht auf dem Asphaltband erinnerte mehr an die Eifel oder das Sauerland, als an eine niederländische Rennstrecke.

Als Vorbereitung auf das bevorstehende 4 Stunden Rennen ließ Tischner Motorsport die Erfahrung der vorherigen Rennen in das das Auto und das Fahrwerksetup einfließen und verbesserte den Boliden abermals. "Hier in Zandvoort gibt es keine so lange Gerade, wie auf der Nürburgring Nordschleife und die Höchstgeschwindigkeit ist deshalb nicht ganz so wichtig. Daher haben wir uns entschlossen eine kürzer übersetzte Hinterachse einzubauen, um das Beschleunigungsverhalten zu verbessern", erklärt Michael Tischner. "Außerdem ist hier die Fahrbahn nicht wo wellig wie auf der Nordschleife, so dass wir das Fahrwerk straffer abstimmen konnten", ergänzt Matthias Tischner.
Bei eisigen Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt gelang es Tischner Motorsport im 30 Minuten dauernden Zeittraining schließlich die drittschnellste Zeit zu erzielen und stand unmittelbar hinter den beiden stärkeren Porsche. "Man hat unter diesen Bedingungen nicht viel Grip, aber die Voraussetzungen sind für alle Teams identisch", erläutert Matthias Tischner, der zufrieden auf den Zeitenmonitor zeigt.

Beim Start verlor Startfahrer Michael Tischner etwas Boden und somit letztlich zwei Positionen. Der Rückstand zum führenden Porsche-Duo wuchs zwar rasch an, doch die beiden anderen Verfolger, bestehend aus dem Exoten Saker E85 und einem weiteren Porsche, konnten nicht entwischen und man stand jederzeit in Schlagdistanz zu ihnen.
Das Team entschloss sich den ersten Boxenstopp bereits nach 50 Minuten durchzuführen und von Regenreifen auf Sliks zu wechseln. Ulrich Becker kam auf die Strecke, noch bevor die erste Code 60 Phase etabliert wurde. Den widrigen Temperaturen geschuldet gab die Rennleitung noch bei der Fahrerbesprechung bekannt, alle 60 Minuten eine Code 60 Phase einzuberufen, um die rund um den Dünenkurs postierten Marschalls ablösen zu können. Während dieser Phasen dürfen die Teilnehmer die dann maximal erlaubte Geschwindigkeit von 60km/h nicht überschreiten und es herrscht darüber hinaus Überholverbot. Ebenso dürfen weder Zeitrückstände aufgeholt, noch die Box angesteuert werden.
Sichtlich wohl fühlte sich Ulrich Becker im Verlauf seines Stints, der mit der Rennstrecke und dem Tischner-Boliden immer besser zurecht kam: "Es macht hier richtig viel Spaß das Auto im Grenzbereich zu bewegen. Der Kurs bietet viel von der Nordschleife: Kuppen, schnelle Mutpassagen und dergleichen mehr." Schnelle Rundenzeiten unterstrichen seinen Eindruck.
Es gelang ihm den Tischner-BMW zwischenzeitlich auch auf Position zwei im Klassement zu wuchten. Zufriedene Gesichter machten sich in der Tischner-Box breit. "Unsere Boxenstopptaktik scheint aufzugehen", mutmaßt Matthias Tischner.
Reglementbedingt darf ein Stint eines Fahrers 80 Minuten nicht überschreiten, da ansonsten Strafen drohen. Als Ulrich Becker die 80 Minuten Grenze erreichte, war die zweite Code 60 Phase im Gange und er konnte die Box aufgrund der Sperrung nicht rechtzeitig ansteuern. Erst nach 80 Minuten und 23 Sekunden erfolgte der überfällige Fahrerwechsel. Gegen die darauf von der Rennleitung ausgesprochene Strafe von einer Runde Abzug legte das Team Protest ein und das Strafmaß wurde auf die doppelte überzogene Zeit, also 46 Sekunden Strafe, abgemildert. Die einzulegende Strafzeit wurde bei einem Boxenstopp abgeleistet.
Nach Ulrich Becker fuhr Michael Tischner seinen zweiten Stint, der zwar ohne besondere Vorkommnisse verlief, aber eine weitere Positionsverbesserung einbrachte: der Tischner-Bolide zeigte sich auf dem Zeitenmonitor an erster Position!
Nach 70 Minuten übergab er schließlich an seinen Zwillingsbruder Matthias, der den Schlussturn übernahm.

Für viel Aufregung sorgte der bedrohlich näher kommende Porsche, der in der Anfangsphase des Rennens noch vor dem Tischner-BMW lag. Kleine technische Probleme und eine Strafe ließen ihn im Verlaufe des Rennens hinter Tischner Motorsport fallen. Mit seinen Rundenzeiten, die teilweise bis zu 8 Sekunden je Runde schneller waren, als die von Tischner Motorsport, vertieften sich auch die Sorgenfalten des gesamten Teams. Doch der Vorsprung reichte aus, um als Erster die schwarz weiß karierte Flagge zu sehen: der erste Gesamtsieg für Tischner Motorsport war in trockenen Tüchern.

"Auch wenn wir uns alle wahnsinnig über unseren ersten Gesamtsieg freuen, müssen wir jedoch realistisch betrachtet einräumen, dass wir ein wenig vom Pech der Konkurrenz profitiert haben. Ohne deren Probleme hätten wir aus eigener Kraft die Platzierung nicht so leicht erzielen können", resümiert das überglückliche Fahrertrio nach dem Rennen, "Unser vorher gestecktes Primärziel war daher der Klassensieg."
Der Dank gilt unserem Team und dem Team von Gambler Racing rund um unseren Freund Frank Nöhring, das ihre Pechsträhne der vorhergegangenen Rennen leider nicht ablegen konnte.

Den Erfolg beim nächsten Rennen der Meisterschaft am 4. März zu wiederholen dürfte einem wahren Meisterstück gleich kommen: das Starterfeld wird beim Finalrennen der Meisterschaft um weitere leistungsstarke Gegner größer werden. Aber die vermeintlichen Siegeskandidaten müssen das Ziel eben auch ohne größere Probleme erreichen. Der Vorteil von Tischner Racing ist zweifelsfrei die Ausgeglichenheit der Fahrer, das eingespielte Team und letztlich die Zuverlässigkeit des in den eigenen Hallen liebevoll vorbereiteten Boliden.
In der Meisterschaftstabelle stehen die Marler Piloten mit 35 Zählern an hervorragender zweiter Position. Dazu Michael Tischner: "Für uns steht der Spaß im Vordergrund und wir konnten bis jetzt mehr erreichen, als wir uns vorher erhofft hatten. Insofern verkrampfen wir nicht, auch wenn wir mit nur fünf Punkten Rückstand auf den Tabellenersten Titelchancen haben und alles daran setzen werden, den Titel nach Marl zu holen."
Lobende Worte für die Meisterschaft finden alle Piloten: "Nicht nur die Rennstrecke, sondern auch die Rennserie macht uns viel Spaß. Ebenso die kurzen Dienstwege der Organisation bei Problemstellungen jeglicher Art."

Fotos zum grandiosen Triumph finden sich in unserer Foto-Galerie. Weitere Informationen zum Rennen gibt es auf der Internetseite des Circuit Park Zandvoort.

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