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Tischner Racing
Hülsbergstraße 240
45772 Marl

Desktophintergrundbilder

Zielflagge beim Langstreckenklassiker in der grünen Hölle

18.10.2008 14:00:02 - 24-Stunden-Rennen Nürburgring 2008
© Thomas Suer / ts-photo.de

Ulrich Becker in der Startphase



© Thomas Suer / ts-photo.de

Der Tischner BMW gegen Rennende

Das 36. ADAC Zurich 24h-Rennen wurde Ende Mai vor einer Rekordkulisse von 220.000 Zuschauern ausgetragen. Mehr als 200 Fahrzeuge waren zu dem Langstreckenklassiker in der Eifel genannt, die äußeren Bedingungen waren - im Gegensatz zum Vorjahr - nahezu ideal und weitestgehend trocken.
Tischner Racing rückte mit dem erprobten BMW M3 E46 an, der mit zahlreichen Verbesserungen ausgestattet wurde: dem 6-Zylinder-Aggregat wurde eine Leistungskur verpasst und die 400 PS Marke geknackt, die Bremsanlage wurde durch Bremsklötze von Carbopad aufgewertet und das H-Getriebe wurde durch ein sequentielles Getriebe von Drenth mit 6 frei übersetzbaren Gängen ersetzt.
Genannt für den Tischner BMW waren die Piloten Michael Tischner, Klaus Völker und Ulrich Becker. Verstärkt wurden sie bei dem diesjährigen Marathon durch Klaus Koch.

Das Ziel im ersten Zeittraining war in möglichst wenig Verkehr eine optimale Runde zu fahren. In sechs gezeiteten Runden im ersten Zeittraining erzielte Tischner Racing mit einer Zeit von 9:29.903 Minuten Platz vier in ihrer Klasse SP6 und Position 28 in der Gesamtwertung. Das zweite gezeitete Training diente dem Einfahren der frisch montierten Bremsscheiben und -klötze. Eine Zeitverbesserung wurde in den sechs gefahrenen Runden nicht ins Auge gefasst. Am Ende der zweiten Sitzung fand sich Tischner Racing immer noch auf Platz vier in ihrer Klasse, aber in der Gesamtwertung auf Rang 35 wieder - eine ordentliche Ausgangsposition für den Langstreckenklassiker.

Samstag nachmittag um 15:00 Uhr wurde das Rennen mit 214 Fahrzeugen, eingeteilt in 3 Startgruppen, gestartet. Startfahrer Ulrich Becker konnte im Verlauf seines Stints einige Plätze gut machen. Planmäßig übergab er das Steuer nach sieben Runden an Klaus Koch. In seiner zweiten Runde ereignete sich im Adenauer Forst jedoch ein ungeklärter Motorschaden. Der Wagen rollte schließlich im Bereich Metzgesfeld aus. Kurz nachdem Klaus Koch den Wagen verlassen hatte, rutschte der Alfa Romeo 156 (#141 mit Malcolm Edeson am Steuer) unter zuvor gezeigter Öl-Flagge auf dem ausgelaufenen Motoröl, kam von der Strecke ab und kollidierte mit dem geparkten Tischner BMW. Bei dem Unfall kam es glücklicherweise zu keinem Personenschaden. Beim Aufprall wurden jedoch der Radträger und die Hinterachse am Tischner BMW stark beschädigt - für den Alfa war das Rennen gelaufen.
Folgendes Video zeigt die Kollision aus der Cockpitperspektive des Alfa:


Die ONS schleppte den waidwunden Tischner BMW schließlich zur nächsten Nordschleifen-Ausfahrt nach Breidscheid.
Teamchef Matthias Tischner fuhr derweil mit einem Hänger nach Adenau um den havarierten Renner zur Reparatur ins Fahrerlager zu transportieren. Mit den Worten "So früh können wir einfach nicht ausfallen, wir machen weiter!" informierte er nach Begutachtung des Schadens seinen Zwillingsbruder Michael, der sich umgehend daran machte einen Ersatzmotor zu organisieren. "Leider konnten wir unseren eigenen Ersatzmotor nicht rechtzeitig fertigstellen, so hörte ich mich im Fahrerlager um", gab er später zu Protokoll. Fündig wurde Michael bei Ring-Racing. Nach kurzer Rücksprache mit Herrn Bennemann, dem Besitzer eines BMW M3 E36, der sein Fahrzeug bei Ring-Racing vorbereiten ließ, erhielt Tischner Racing grünes Licht, das 3,0l Aggregat dort auszubauen und für das Rennen zu benutzen. Vielen Dank für die beispiellose Unterstützung!
Nach dem Einbau in den Tischner BMW musste das Motorsteuerungsprogramm auf die geänderten Motorparameter angepasst werden. MTO sorgte für die erforderlichen Software-Adaptionen, dessen höchste Priorität nicht maximale Motorleistung, sondern höchstmögliche Sicherheit hatte. Die Hinterachse konnte mit eigenen Ersatzteilen instand gesetzt werden. In Summe verlor Tischner Racing vier Stunden und rutschte bis zur Wiederaufnahme des Rennens bis an das Ende der Wertung. Ab 20:39 Uhr war Tischner Racing wieder im Rennen! Neues Ziel von Tischner Racing war es die Zielflagge zu sehen.
In der Nacht entschloss man sich, die Spur zu vermessen und erneut zu justieren. Eine weitere knappe Stunde verlor man beim großen Service. Mit dem Austauschmotor konnte Tischner Racing mit 9:41.602 Minuten seine schnellste Rennrunde (in Runde 60) fahren. Bis zum Fallen der Zielflagge ereigneten sich keine weiteren Zwischenfälle. Nach insgesamt 92 gefahrenen Runden überquerte Tischner Racing schließlich als Zwölfter in ihrer Klasse SP6 und 144. in der Gesamtwertung die Ziellinie.

"Ein sehr stressiges 24h-Rennen liegt hinter uns. Unser Ziel, möglichst weit vorne anzukommen, konnten wir leider nicht umsetzen. Dafür war unsere Standzeit einfach viel zu lange. Aber dennoch schafften wir es dank Leihmotors und großartiger Teamleistung bis ins Ziel. Ich hoffe, die Fans hatten dennoch viel Freude an uns! Als erstes werden wir den geliehenen Motor zurückgeben. Nochmals vielen Dank an Herrn Bennemann und Ring-Racing!", so ein erschöpfter Matthias Tischner, "Zu Hause werden wir uns schnellstmöglich auf unser nächstes Rennen, dem 24h-Rennen in Silverstone, vorbereiten. Da liegt noch eine Menge Arbeit vor uns."

Ein Video zum 24h-Rennen hat Ring-Emotionen.de auf YouTube zur Verfügung gestellt:

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